Viscerale Osteopathie

Die viscerale Osteopathie ist der Bereich der Osteopathie, welcher sich speziell der Behandlung innerer Organe (viscera) und ihrer Lage zueinander widmet. Entwickelt wurde die viscerale Osteopathie von J.P. Barral und Dr. Weisschenk.

Durch die Bewegung des Zwerchfells (größter Atemmuskel) gleiten die Organe während der Ein- und Ausatmung in einem ihnen vorgegebenen Muster. Diese Beweglichkeit der Organe zueinander und der sie einhüllenden, umgebenden und stützenden Muskel- und Bindegewebsstrukturen nennt man Mobilität.

Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin, Mobilitätsstörungen zu ertasten, Verklebungen zu lösen und eventuell vorhandene Stauungen im Gewebe zu drainieren. Dadurch werden die Funktionen der Organe unterstützt und angeregt, die Selbstheilungskräfte gefördert und krankhafte Mechanismen aufgelöst.

In der visceralen Osteopathie ist das Wissen um die embryonale Entwicklung der Organe von großer Bedeutung, da sich aus der embryonalen Entwicklungsbewegung (ascensus, descensus), die jedes Organ vollzieht, eine feine tastbare Bewegung ergibt. Diese wird von jedem Organ fortwährend ausgeführt, sie ist Ausdruck seiner Vitalität und wird in der visceralen Osteopathie Motilität genannt.

Durch Ertastung dieser Bewegung ist der Therapeut in der Lage, sich ein Bild von der Gesundheit des betreffenden Organes zu machen. Durch sanfte Förderung dieser Bewegung wird seine Funktion angeregt und unterstützt, die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.